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    <title>John T. Lobster - snips</title>
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    <pubDate>Wed, 03 Aug 2022 08:19:00 GMT</pubDate>

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    <title>RSS: John T. Lobster - snips - solvitur ambulando...</title>
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    <title>Der Friede, welcher höher ist als alle Vernunft - Anfang und Ende</title>
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    <author>nospam@example.com (John Lobster)</author>
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    &lt;div class=&quot;po&quot;&gt;
&lt;h5&gt;I. The Burial of the Dead&lt;/h5&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&amp;#160;&amp;#160; April is the cruellest month, breeding&lt;br /&gt;
Lilacs out of the dead land, mixing&lt;br /&gt;
Memory and desire, stirring&lt;br /&gt;
Dull roots with spring rain.&lt;br /&gt;
Winter kept us warm, covering&lt;br /&gt;
Earth in forgetful snow, feeding&lt;br /&gt;
A little life with dried tubers.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;...&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&amp;#160;&amp;#160; I sat upon the shore&lt;br /&gt;
Fishing, with the arid plain behind me&lt;br /&gt;
Shall I at least set my lands in order?&lt;br /&gt;
London Bridge is falling down falling down falling down&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Poi s’ascose nel foco che gli affina&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Quando fiam uti chelidon&lt;/em&gt;—O swallow swallow&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Le Prince d’Aquitaine à la tour abolie&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
These fragments I have shored against my ruins&lt;br /&gt;
Why then Ile fit you. Hieronymo’s mad againe.&lt;br /&gt;
Datta. Dayadhvam. Damyata.&lt;br /&gt;
&amp;#160;&amp;#160;&amp;#160;&amp;#160;&amp;#160; Shantih&amp;#160;&amp;#160;&amp;#160;&amp;#160; shantih&amp;#160;&amp;#160;&amp;#160;&amp;#160; shantih&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;T.S. Eliot, The Waste Land, 1922&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mögen unsere Wirrköpfe ihren Frieden finden. Angelnd! Frisiert oder nicht!&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;b.b.B. &lt;/strong&gt;😛&lt;/p&gt;
 
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    <pubDate>Thu, 07 Jul 2022 14:08:00 +0000</pubDate>
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    <category>Dichter</category>
<category>Politik</category>
<category>Stützen</category>
<category>Weisheiten</category>

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    <title>Am Nasenring durch die Manege - von Souveränität und Freiheit</title>
    <link>https://www.solvitur.de/archives/65-Am-Nasenring-durch-die-Manege-von-Souveraenitaet-und-Freiheit.html</link>
            <category>snips</category>
            <category>solvitesken</category>
    
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    <author>nospam@example.com (John Lobster)</author>
    <content:encoded>
    &lt;div class=&quot;po&quot;&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Man frage nicht, was all die Zeit ich machte.&lt;br /&gt;
Ich bleibe stumm;&lt;br /&gt;
und sage nicht, warum.&lt;br /&gt;
Und Stille gibt es, da die Erde krachte.&lt;br /&gt;
Kein Wort, das traf;&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;man spricht nur aus dem Schlaf.&lt;br /&gt;
Und träumt von einer Sonne, welche lachte.&lt;br /&gt;
Es geht vorbei;&lt;br /&gt;
nachher war&amp;#8217;s einerlei.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Das Wort entschlief, als jene Welt erwachte.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Karl Kraus, Band 9 (Gedichte), S. 639. Vgl. Die Fackel Nr. 888, Oktober 1933, S. 4.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;&lt;em&gt;Von der verzweifelten Suche nach Beständigkeit im Momento der Zerbrechlichkeit...&lt;br /&gt;
und vom Versuch im Nebel eine &amp;#8220;&lt;/em&gt; &lt;em&gt;Sprache zu finden gegen den Druck, der sie nimmt&lt;/em&gt; ! &amp;#8221;&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Der Mensch möchte gerne betrogen werden, belügt er sich doch fortwährend selbst. Er möchte glauben. Glauben an die Wahrhaftigkeit einer Erzählung, eines Gegenübers, eines Getreuen, einer Existenz, einer allumfassenden Bestimmung des Seins. Angesichts der Masse mit der wir heute Meinungs.bildend konfrontiert werden ist dieses urmenschliche Verhalten umso auffälliger. Man muss zweifeln. Das ist das was man aus dem sich entwickelndem Leben lernen kann und lernen muss. Aber das stete Zweifeln ist anstrengend und da als Mensch von Natur aus ebenso dem Schlichten zugewandt, verstärkt der Zweifel den Glauben. So sitzen wir gefangen in unseren Blasen und vertrauen dort auf das Gute, das Bestätigende, das Wahre und Wohlmeinende. Es ist zum Verrücktwerden! Von der Wiege bis zur Bahre ein dorniger Weg.&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;„Alle Sicherheiten in der Erkenntnis sind selbstfabriziert und damit für die Erfassung der Wirklichkeit wertlos“&lt;br /&gt;
&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;div class=&quot;cite&quot; style=&quot;margin-bottom:1em; margin-left:1em; margin-right:0; margin-top:-1em&quot;&gt;– &lt;span class=&quot;Person&quot;&gt;Hans Albert&lt;/span&gt;: Traktat über kritische Vernunft, 1991; 5. Aufl., Verl.: J.C.B. Mohr. S. 36&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Zunehmend setzt sich die Erkenntnis durch: „&lt;em&gt;Ich weiß, dass ich nichts weiß&lt;/em&gt;“ (Sokrates). Dieses unfassbare Gestammle aus Deutungen, Erzählungen, Geschichten und Kommentaren; alle ohne Anfang und Ende, in sich schlüssige oder auch nur postulatische Übersetzungen des Gewordenen, eines Geworfenen und Getanen, oder eben nur Herbei.gewünschten, Herbei.geschriebenen, machen mich kirre. Ich habe Erscheinungen, kurze Helligkeiten, die alsbald wie Seifenblasen zu zerplatzen beginnen, nichts als ein beständiges &lt;em&gt;plopp plopp&lt;/em&gt; und Kreise einer sich ausbreitende Leere hinterlassend; die mich sprachlos machen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In meinem Ringen um Worte vergehen die Zeiten. Gestern noch tiefes Gefühl und als Suche des Ausdrucks, heute schon Schall und Leer, nichts anderes als das was ich zu kritisieren suche auf meiner verzweifelten Suche. Dann und wann fällt einem eine Perle aus vergangenen Zeiten vor die Füße, in der ein Recke mit größerer Potenz die Fackel schwingt und mit seinem Lichtschwert der Worte so tüchtig in die Landschaft haut, dass es eine wahre Freude ist. Man wagt zu fragen wie es sein kann, dass solche Texte auch heute noch passen, wo wohl der wortgewaltige Karl Kraus unserer Tage zuschlägt und die Geschichtenerzähler und Dummschätzer, ja das ganze Gewese der Journaille von Heute entlarvt... die kaum je &lt;em&gt;besser&lt;/em&gt; geworden zu sein scheint.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Heute leben wir in Meinungsinfektionen, Epidemien der Erregungskultur (Sloterdijk). Alles wird hochgejazzt und Erklärendes - soweit überhaupt vorhanden - verschwindet hinter den Paywalls. Es geht eben nur noch ums Aufmerksamkeitsgeheische. Zahlt der Gutgläubige seinen Obolus bekommt er den Rest zu sehen und wird meist schwer enttäuscht, setzt sich doch das Gestammele und die enervierende Erregungskette fort, wo der hilflose Geist sich dem Zeitgeist konfrontiert sieht.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Nun denn... Soll &lt;strong&gt;er&lt;/strong&gt; statt meiner sprechen. &lt;strong&gt;Hoch die Tassen!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:right&quot;&gt;(&lt;em&gt;Ob der Länge etwa(s) zwei.geteilt&lt;/em&gt;)&lt;/p&gt;

&lt;div&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 400px; display: block&quot;&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:153 --&gt;&lt;picture&gt;&lt;source srcset=&quot;&quot; type=&quot;image/avif&quot; /&gt;&lt;source srcset=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/.v/Karl_Kraus_18741936_1930__Charlotte_Joel_18821943_OeNB_8073790.serendipityThumb.webp&quot; type=&quot;image/webp&quot; /&gt;&lt;img alt=&quot;&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; loading=&quot;lazy&quot; src=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/Karl_Kraus_18741936_1930__Charlotte_Joel_18821943_OeNB_8073790.serendipityThumb.jpg&quot; style=&quot;width:400px&quot; /&gt;&lt;/picture&gt;&lt;/div&gt;

&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Aufnahme von Charlotte Joël (1930)&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:right&quot;&gt;Dezember 1912&lt;/p&gt;

&lt;h2&gt;Karl Kraus&lt;/h2&gt;

&lt;h3&gt;Untergang der Welt durch schwarze Magie&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Ich habe Erscheinungen vor dem, was ist. Ich mache aus einer Mücke einen Elefanten. Ist das keine Kunst? Zauberer sind die andern, die das Leben in die Mückenplage verwandelt haben. Und der Mücken werden immer mehr. Oft kann ich sie nicht mehr unterscheiden. Tausend habe ich zu Hause und komme nicht dazu, sie zu überschätzen. Bei Nacht sehen sie wie Zeitungspapier aus und jedes einzelne Stück lacht mich an, ob ich nun endlich auch ihm die Verbindung mit dem Weltgeist gönnen wolle, von dem es stammt. Gegen die Plage dieser Ephemeren gibt es keinen Schutz, als sie unsterblich zu machen. Das ist eine Tortur für sie und für mich. Doch wachsen sie nach und ich werde nicht fertig. Finde ich da ein Stück:&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;cite&quot;&gt;Man hat ihn mit Geschenken, Blumen, Reden gefeiert. Die Vertreter der Stadt und des Landes, das Zivil wie hohe Offiziere wetteiferten darin, diesem Jubilar zu zeigen, daß so redliche Tüchtigkeit nicht nur Ehre, sondern auch herzliche Zuneigung einbringt.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;ni&quot;&gt;Was war das nur? Warum habe ich das aufgehoben? »Man hat ihn ...«: dieser Ton muß einer Feier gelten, die schon etwas Selbstverständliches hat. Was kann es nur sein, wobei Stadt und Land, Zivil und Militär wetteifern? Grillparzer? Der Ausschnitt ist doch nicht so alten Datums, und damals hat man sich noch nicht so ins Zeug gelegt für die Jubilare. »Herzliche Zuneigung«: das würde für Alfred Grünfeld sprechen, aber da gibts keine Vertreter des Landes. »Redliche Tüchtigkeit«: für Schnitzler, aber da rückt wieder das Militär nicht aus. Auch dürfte es sich nicht um einen der Fünfziger handeln, die heuer wie falsches Geld herumlaufen, sondern eher um einen, der seit fünfundzwanzig Jahren — ich weiß es nicht, aber man sollte mir helfen. Man muß doch schließlich schon viel besser als ich wissen, wem ein verlorener Tonfall gehört. Ich habe die Übersicht verloren. Ich kann nicht mehr mit Sicherheit sagen: So haben die Wiener einen ihrer titanischen Kaffeesieder gefeiert. Denn inzwischen ist ein Geschlecht von Epigonen nachgewachsen, und denen wird auch schon gehuldigt. Ich sehe zum Beispiel irgendwo ein Bild: ein Ehepaar. Er ein Charakterkopf. Darunter steht — wie eben immer die Tat, die den Mann berühmt gemacht hat, mit einem Schlagwort, gleich unter dem Bild und vor der eigentlichen Biographie, umrissen wird:&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;cite&quot;&gt;Cafétier Anton Stern, der Besitzer des Wiener Café Prückl, und seine Gattin, die in eigenen Autos die Gäste gegen Erlag einer Krone in ihre Wohnungen fuhren lassen.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;ni&quot;&gt;Ja, so hat er ausgesehen, das hat er vollbracht; ein Blick, und man übersieht ein Leben und ein Werk. Überall Bild und Wort zur Feier genialer Initiative. Aber das Wort klingt wieder anders. Gibt es da noch Varianten? Fest steht: er hat den Gedanken gehabt, die Gäste gegen Erlag einer Krone — — Endlich der vertraute Hinweis: »Heuer zaubert er ...« Nämlich aus den Souterrainlokalitäten das Schmuckkästchen hervor, weiß schon weiß schon. Wo ich hinschaue, lese ich und sehe ich das jetzt. Das ist eine Welt von Taten und Tönen, die mich vollends bezaubern würde, wenn ich nicht neben mir die Stimme des Advokaten hören müßte, der mir fortwährend zuraunt: Aber das weiß doch so jeder Gebildete, daß das bezahlt ist! Oder: Wissen Sie sich keine ärgere Übel zu beleuchten? Harden hat doch größere Themas ... Nun weiß ich ja nicht, ob die Fähigkeit, solche Stimmen zu hören und gleich mitklingen zu lassen, wenn ich die Gefahr eines Cafétiers überschätze, mir nicht doch endlich als das größte Thema angerechnet werden wird. Fast glaube ich, daß ich nie einer Gesellschaft, die Einwände erhebt, begreiflich machen werde, daß der Einwand die Überschätzung erst berechtigt, ja mit dem Übel selbst übereinstimmt, und daß der Zeuge identisch ist mit dem Täter. Denn diese Gesellschaft läßt sich nur das begreiflich machen, was sich begreiflich machen läßt, aber ihre eigene Unbegreiflichkeit, die ein Motiv künstlerischer Ahnung ist, entzieht sich ihrem Verständnis. Der Advokat soll und darf den für irrsinnig halten, der dabei bleibt, daß der gesamte Balkan viel unwichtiger ist als eine einzige Kaffeesieder-Annonce. Der Advokat ist da des Einwands überhoben, daß man ein Ästhet sei, wenn man die Politik für unwichtig hält. Ist man denn ein Ästhet, wenn man sich statt für gute Luft und schöne Linie für das Heiratsangebot eines Budapester Spezialarztes interessiert? Es ist so furchtbar schwer, sich mit Leuten, die ihre fünf Sinne beisammen haben, zu verständigen. Lassen wirs. Dem letzten Tier, das jetzt den Ehrgeiz hat, in der Kärntnerstraße zwischen sieben und acht links zu gehen, versichere ich, daß ich es, das Tier, für tausendmal wichtiger halte als den Dr. Danew. Das wird ihm, dem Tier, doch genügen. Was ich zu tun habe, ist unwichtig. Es ist bloß der Versuch, Gott zu geben, was Gottes, und dem Tier, was des Tieres ist. Es ist bloß das Gestammel der Sehnsucht, den Geist zu trennen von den Dingen, die gebraucht werden. Und wenn ich darüber nachdenke, will ich Heine belangen. Und schon ist der Advokat da und sagt: Heine ist doch für die Journalisten, die später auf die Welt gekommen sind, nicht verantwortlich und das Lob der Cafétiers ist doch bezahlt! Der Advokat hat, da er nichts anderes hat, Recht. Er hat nicht nur dort recht, wo er recht hat, sondern immer. Er begreift nur die Verantwortung, und im Staat gibts größere Übel als jene. Aber das größte ist das kleine, für das niemand verantwortlich ist und jeder, der es nicht ist. Vor allem der, der früher gelebt hat und also schon tot ist. Ich kann dem lebendigen Advokaten keine andere Antwort auf die viertausend anonymen Briefe geben, die er mir schon geschrieben hat. Der Advokat ist nützlich und soll auch in der Welt einen Platz finden, die die andere wäre. Aber in der würde die Leistung des Advokaten oder des Cafétiers die ihr zukommende Wertung finden und nicht jene, die ihre Termini aus dem Reich des Genius holt. Denn wenn der Apparat des geistigen Lebens dem sozialen Zweck für Geld zur Verfügung steht, ist die Welt zu Ende. Der Advokat meint natürlich: wegen der Korruption meinen Sie? Nein, wegen der Erleichterung der Schamlosigkeit, die geistige Werte vergibt. Es ist gar kein Zweifel, daß die Beethovens verkürzt werden, wenn über die Kaffeesieder gesagt wird, daß sie Schöpfer sind, und sie werden umso gewisser verkürzt, wenn die Administration über den Wortschatz verfügt, den die Redaktion vom weiland Geiste gestohlen hat. Eine Gesellschaft ist dann auf dem Krepierstandpunkt, wenn sie zum Schmuck des Tatsachenlebens Einbrüche in kulturelles Gebiet begeht und duldet. Nirgendwo auf der Welt erlebt sich das Ende so anschaulich wie in Österreich. Hier kann sich die Entwicklung, deren Sendbote Heine war, täglich zweimal im Spiegel sehen. Die grauenvolle Abbindung der Phantasie durch die Ornamentierung geistiger Nachttöpfe hat hier schon zu jener vollständigen Verjauchung geführt, die der europäischen Kultur im Allgemeinen noch vorbehalten bleibt. Die Zeitung ruiniert alle Vorstellungskraft: unmittelbar, da sie, die Tatsache mit der Phantasie servierend, dem Empfänger die eigene Leistung erspart; mittelbar, indem sie ihn unempfänglich für die Kunst macht und diese reizlos für ihn, weil sie deren Oberflächenwerte abgenommen hat. Die Zeitung ist eine unlautere Konkurrenz, die beim Nachbarn Einbruch begeht und gegen die Kundschaft Gewalt anwendet. Wenn der alte journalistische Typus in den Krieg zog, so log er. Aber er begnügte sich damit, unwahre Tatsachen mitzuteilen. Der neue ist dazu unfähig und stiehlt Stimmungen. Natürlich verfaulen sie in seiner Hand sofort zur Phrase, deren Mißgeruch noch gegen den ersten Erzeuger einnimmt. Von Wippchen zu Zifferer sind wir arg heruntergekommen; die Lüge eines türkischen Siegs wäre schöner als die Poesie einer bulgarischen Landschaft. Hier sind wir ganz im Elend. Die Vorstellung ist pfutsch, es kann keinen Dichter mehr geben, weil schon der Reporter einer ist, und der Staat hat nicht mehr genug Phantasie, um die letzte Steuer zu erfinden, die wenigstens etwas wie ein Ausweg wäre und wie der ehrliche Versuch, aus dem geistigen Elend Kapital zu schlagen: die&lt;em&gt; Phrasensteuer&lt;/em&gt;. Oder den Zehent an Nuancen. Tausendmal größer noch wäre der wirtschaftliche Gewinn als bei jener Ersparnis am Ornament, auf die es einer der seltenen Antiwiener, Adolf Loos, abgesehen hat, ein Rechtsgeher der Kultur, der das Parsifal-Motiv von den Automobilhupen separieren will und den der Idiotismus deshalb für einen Bejaher der Automobilhupen hält und nicht für den Befreier des Parsifal-Motivs. Was ist aber der faule Zauber um die surrogatbedürftige Leere des Zeitgenossen, der ohne Zierat nicht fahren und nicht essen kann, gegen die furchtbare Anwendung des Geistes auf die Dinge des journalistischen Hausgebrauchs, auf eine Nutzbarkeit oder Unentbehrlichkeit, die sich in der Meldung, daß geschossen wurde, daß einer angekommen ist und daß ein Cafétier sein Lokal vergrößert hat, nicht mehr ausleben kann ohne Stimmung, Plastik oder Bedeutung? Für Reklame muß auch in anderen publizistischen Regionen gezahlt werden und sie bekommt im Ausland sogar den Platz vor der Politik, wenn sie mehr einträgt. Eine Presse, die sich auf den Ehrgeiz beschränkt, eine Bedürfnisanstalt zu sein, wird dem Cafétier, der sein Geschäft empfehlen will, den Platz vor Herrn Iswolsky ausnahmsweise zur Verfügung stellen. Aber sie wird an ihn nicht den Vorrat von Geistigkeit wenden, den sie Künstlern vorenthält, nachdem sie ihn von Künstlern gestohlen hat. Nur eine infame Meinungspresse, wie wir sie haben, nur die Vertretung jenes schamlosen Anspruchs, daß ein meldender Bote Geist und eine Plakatsäule Gemüt habe, ist auch bereit, die Grenze zu verschieben. Die Korruption, die zwischen Textteil und Anonncenteil Schiebungen macht, ist völlig belanglos neben der Schweinerei, die in allen Rubriken dichtet. Es kommt nicht darauf an, wo, sondern wie ein Händler gelobt wird; es ist besser, wenn im Leitartikel eine Ware empfohlen wird, als wenn ein Jobber dort poetischen Unfug treibt, und es ist besser, wenn im Text die Ware beschrieben, als wenn im Anonncenteil der Händler besungen wird. Nicht im letzten Provinznest, wo schließlich der Kaffeesieder auch Bürgermeister sein kann und überhaupt der bedeutendste Mensch in der ganzen Gegend, nicht in Arad, nur in Wien, nur in einem Kulturzentrum, wo ein schlichtes Frühstück, bestehend aus Kaffee, Butter und Eiern, plötzlich auf den Namen »Prückl-Frühstück« hört und zehn Individualitäten auf einmal für eine die Meldung ausbrüllen: »Ein Prückl-Frühstück für den Herrn von Politzer!«, nur in Wien, wo eine Torte eines Tages als Zehetbauer-Creme-Torte erwacht, wo ein Speisenträger Napoleon heißt, aber ein Zahlkellner mit »Herr Zwirschina« angesprochen wird, nur in Wien, wo der Knödel ein Gedicht ist und die Musen Köchinnen, wo der Mensch darauf angewiesen ist, seinen Gefühlsbesitz an die Verrichtungen des äußeren Lebens zu wenden und aller Spielraum für Persönliches zwischen Essen und Verdauen gesucht und geboten wird, nur in Wien ist eine Annonce möglich, in der auf ein Kaffeehaus in der Porzellangasse nebst allem Stimmungszauber bereits die Erkenntnisse der benachbarten Psychoanalyse angewendet sind:&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;cite&quot;&gt;&lt;em&gt;Eine Londoner Gesellschaft ohne Bibel ist gerade so undenkbar wie ein Wiener ohne eine Kartenpartie&lt;/em&gt;. Nicht allein das, es ist eine Haupteigenheit des Wieners, &lt;em&gt;seine Lebensenergie gerade im Kaffeehause abzureagieren&lt;/em&gt;. Und dazu gehört Stimmung, mit einem Wort, ein echtes, elegantes »Wiener Café«.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;cite&quot;&gt;Eine solche Stätte par excellence ist das »Café City«. Es ist unbestritten das vornehmste und mit allen der anspruchsvollen Zeit entsprechenden Forderungen eingerichtete Kaffeehaus im IX. &lt;em&gt;Bezirk&lt;/em&gt;. — —&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;cite&quot;&gt;Die vornehme Intimität, insbesondere des Souterrainlokals, lädt &lt;em&gt;unwiderstehlich&lt;/em&gt; zu Arrangements von Kegelabenden, Versammlungen und Unterhaltungen ein. &lt;em&gt;Im Augenblick&lt;/em&gt; ist die vorzügliche Kegelbahn auf die praktischeste Art und Weise in einen veritablen, exquisiten Ballsaal umgewandelt. Die Wände sind mit Malereien von Künstlerhand geschmückt. &lt;em&gt;Nicht vergessen erwähnt zu werden darf&lt;/em&gt; der reizend und diskret eingerichtete Ecksalon im ersten Stock, der für Damen den angenehmsten Aufenthalt bildet.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;cite&quot;&gt;&lt;em&gt;Von der Güte dieses Lokals des IX. Bezirks&lt;/em&gt; kann sich der Besucher überzeugen, wenn er&lt;em&gt; am späten Nachmittag, am Abend&lt;/em&gt; durch seine Säle&lt;em&gt; schreitet. Kunst und Großindustrie, das vornehmste Literatentum, Vertreter der Wiener Presse erblickt er in heiterer, zufriedener Laune&lt;/em&gt;, zu der den Hauptbeitrag auch die Bequemlichkeit des Cafés liefert, &lt;em&gt;versammelt&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;cite&quot;&gt;Diese berechtigten und&lt;em&gt; würdigen&lt;/em&gt; Erfolge kommen nicht von selbst. Sie sind die Frucht des&lt;em&gt; distinguierten Geschmackes&lt;/em&gt; und der&lt;em&gt; warmen Liebenswürdigkeit&lt;/em&gt; des Herrn Laufer, &lt;em&gt;eines der routiniertesten Cafétiers Wiens&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es ist ja klar, daß ein Vertreter des vornehmsten Literatentums des IX. Bezirks das Gedicht verfaßt haben muß, und man könnte meinen, daß diese spezifische Verbindung von Farbe und Ton das Übel, das sich hier erbricht, bloß auf den IX. Bezirk reduziert erscheinen läßt. Aber das wäre Täuschung. Denn es ist ein weltumfassender Glaube, der hier im Jargon der psychologischen Bildung spricht, und vielleicht ist von ihm wirklich nur jene Londoner Gesellschaft ausgenommen, die eine furchtbare Erkenntnis hier auf die Bibel vertröstet. Jedes Wort, das in der Annonce geschrieben steht, ist wahr und tief. Was nützte es, einen Kordon um einen Stadtteil zu ziehen, der ein Weltteil ist? Nicht vergessen erwähnt zu werden darf hier etwas:&lt;/p&gt;
 &lt;a class=&quot;block_level&quot; href=&quot;https://www.solvitur.de/archives/65-Am-Nasenring-durch-die-Manege-von-Souveraenitaet-und-Freiheit.html#extended&quot;&gt;Weiter: &quot;Am Nasenring durch die Manege - von Souveränität und Freiheit&quot;&lt;/a&gt;
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    <pubDate>Sun, 22 May 2022 17:34:00 +0000</pubDate>
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    <category>Aufklärung</category>
<category>Freiheit</category>
<category>Karl Kraus</category>
<category>Sloterdijk</category>
<category>Wort</category>

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    <title>Der alte Tanz auf dem alten Vulkan</title>
    <link>https://www.solvitur.de/archives/64-Der-alte-Tanz-auf-dem-alten-Vulkan.html</link>
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    <author>nospam@example.com (John Lobster)</author>
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    &lt;p&gt;&lt;em&gt;... oder ...&lt;/em&gt; Wenn alte Männer zu Tyrannen werden und überall nur Feinde sehen...&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;em&gt;Wer das Licht der Information aussperren muss, der braucht offenbar Finsternis für das, was er tut.&lt;/em&gt;&amp;#160;&amp;#160;&amp;#160; &lt;sub&gt;Frank-Walter Steinmeier, Bundespräsident&lt;/sub&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;div class=&quot;po&quot;&gt;
&lt;h3&gt;Krieg dem Kriege&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Sie lagen vier Jahre im Schützengraben.&lt;br /&gt;
Zeit, große Zeit!&lt;br /&gt;
Sie froren und waren verlaust und haben&lt;br /&gt;
daheim eine Frau und zwei kleine Knaben,&lt;br /&gt;
weit, weit&amp;#160;– !&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und keiner, der ihnen die Wahrheit sagt.&lt;br /&gt;
Und keiner, der aufzubegehren wagt.&lt;br /&gt;
Monat um Monat, Jahr um Jahr ...&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und wenn mal einer auf Urlaub war,&lt;br /&gt;
sah er zu Hause die dicken Bäuche.&lt;br /&gt;
Und es fraßen dort um sich wie eine Seuche&lt;br /&gt;
der Tanz, die Gier, das Schiebergeschäft.&lt;br /&gt;
Und die Horde alldeutscher Skribenten kläfft:&lt;br /&gt;
»Krieg! Krieg!&lt;br /&gt;
Großer Sieg!&lt;br /&gt;
Sieg in Albanien und Sieg in Flandern!«&lt;br /&gt;
Und es starben die andern, die andern, die andern ...&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie sahen die Kameraden fallen.&lt;br /&gt;
Das war das Schicksal bei fast allen:&lt;br /&gt;
Verwundung, Qual wie ein Tier, und Tod.&lt;br /&gt;
Ein kleiner Fleck, schmutzigrot&amp;#160;–&lt;br /&gt;
und man trug sie fort und scharrte sie ein.&lt;br /&gt;
Wer wird wohl der nächste sein?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und ein Schrei von Millionen stieg auf zu den Sternen.&lt;br /&gt;
Werden die Menschen es niemals lernen?&lt;br /&gt;
Gibt es ein Ding, um das es sich lohnt?&lt;br /&gt;
Wer ist das, der da oben thront,&lt;br /&gt;
von oben bis unten bespickt mit Orden,&lt;br /&gt;
und nur immer befiehlt: Morden! Morden!&amp;#160;–&lt;br /&gt;
Blut und zermalmte Knochen und Dreck ...&lt;br /&gt;
Und dann hieß es plötzlich, das Schiff sei leck.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Der Kapitän hat den Abschied genommen&lt;br /&gt;
und ist etwas plötzlich von dannen geschwommen.&lt;br /&gt;
Ratlos stehen die Feldgrauen da.&lt;br /&gt;
Für wen das alles? Pro patria?&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Brüder! Brüder! Schließt die Reihn!&lt;br /&gt;
Brüder! das darf nicht wieder sein!&lt;br /&gt;
Geben sie uns den Vernichtungsfrieden,&lt;br /&gt;
ist das gleiche Losbeschieden&lt;br /&gt;
unsern Söhnen und euern Enkeln.&lt;br /&gt;
Sollen die wieder blutrot besprenkeln&lt;br /&gt;
die Ackergräben, das grüne Gras?&lt;br /&gt;
Brüder! Pfeift den Burschen was!&lt;br /&gt;
Es darf und soll so nicht weitergehen.&lt;br /&gt;
Wir haben alle, alle gesehen,&lt;br /&gt;
wohin ein solcher Wahnsinn führt&amp;#160;–&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Das Feuer brannte, das sie geschürt.&lt;br /&gt;
Löscht es aus! Die Imperialisten,&lt;br /&gt;
die da drüben bei jenen nisten,&lt;br /&gt;
schenken uns wieder Nationalisten.&lt;br /&gt;
Und nach abermals zwanzig Jahren&lt;br /&gt;
kommen neue Kanonen gefahren.&amp;#160;–&lt;br /&gt;
Das wäre kein Friede.&lt;br /&gt;
Das wäre Wahn.&lt;br /&gt;
Der alte Tanz auf dem alten Vulkan.&lt;br /&gt;
Du sollst nicht töten! hat einer gesagt.&lt;br /&gt;
Und die Menschheit hörts, und die Menschheit klagt.&lt;br /&gt;
Will das niemals anders werden?&lt;br /&gt;
Krieg dem Kriege!&lt;br /&gt;
Und Friede auf Erden.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kurt Tucholsky &lt;em&gt;(Juni 1919)&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 11 Mar 2022 08:50:00 +0000</pubDate>
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    <category>Demokratie</category>
<category>Freiheit</category>
<category>Gedicht</category>
<category>Geschichte</category>
<category>Gespenst</category>
<category>Nationalismus</category>
<category>Wahrheit</category>
<category>Weltkrieg</category>

</item>
<item>
    <title>Vom Welttheater, alten Wahrheiten und Leugnungen</title>
    <link>https://www.solvitur.de/archives/63-Vom-Welttheater,-alten-Wahrheiten-und-Leugnungen.html</link>
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            <category>solvitesken</category>
    
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    <author>nospam@example.com (John Lobster)</author>
    <content:encoded>
    &lt;h2&gt;Ein alter Mann geht vorüber&lt;/h2&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemblue&quot;&gt;Ich war einmal ein Kind. Genau wie ihr.&lt;br /&gt;
Ich war ein Mann. Und jetzt bin ich ein Greis.&lt;br /&gt;
Die Zeit verging. Ich bin noch immer hier&lt;br /&gt;
Und möchte gern vergessen, was ich weiß.&lt;br /&gt;
Ich war ein Kind. Ein Mann. Nun bin ich mürbe.&lt;br /&gt;
Wer lange lebt, hat eines Tags genug.&lt;br /&gt;
Ich hätte nichts dagegen, wenn ich stürbe.&lt;br /&gt;
Ich bin so müde. Andre nennen&amp;#8217;s klug.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemred&quot;&gt;Ach, ich sah manches Stück im Welttheater.&lt;br /&gt;
Ich war einmal ein Kind, wie ihr es seid.&lt;br /&gt;
Ich war einmal ein Mann. Ein Freund. Ein Vater.&lt;br /&gt;
Und meistens war es schade um die Zeit...&lt;br /&gt;
Ich könnte euch verschiedenes erzählen,&lt;br /&gt;
Was nicht in euren Lesebüchern steht.&lt;br /&gt;
Geschichten, welche im Geschichtsbuch fehlen,&lt;br /&gt;
Sind immer die, um die sich alles dreht.&lt;br /&gt;
Wir hatten Krieg. Wir sahen, wie er war.&lt;br /&gt;
Wir litten Not und sah&amp;#8217;n, wie sie entstand.&lt;br /&gt;
Die großen Lügen wurden offenbar.&lt;br /&gt;
Ich hab&amp;#8217; ein paar der Lügner gut gekannt.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poemblue&quot;&gt;Ja, ich sah manches Stück im Welttheater.&lt;br /&gt;
Ums Eintrittsgeld tut&amp;#8217;s mir noch heute leid.&lt;br /&gt;
Ich war ein Kind. Ein Mann. Ein Freund. Ein Vater.&lt;br /&gt;
Und meistens war es schade um die Zeit...&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemred&quot;&gt;Wir hofften. Doch die Hoffnung war vermessen.&lt;br /&gt;
Und die Vernunft blieb wie ein Stern entfernt.&lt;br /&gt;
Die nach uns kamen, hatten schnell vergessen.&lt;br /&gt;
Die nach uns kamen, hatten nichts gelernt.&lt;br /&gt;
Sie hatten Krieg. Sie sahen, wie er war.&lt;br /&gt;
Sie litten Not und sah&amp;#8217;n, wie sie entstand.&lt;br /&gt;
Die großen Lügen wurden offenbar.&lt;br /&gt;
Die großen Lügen werden nie erkannt.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemblue&quot;&gt;Und nun kommt ihr. Ich kann euch nichts vererben:&lt;br /&gt;
Macht, was ihr wollt. Doch merkt euch dieses Wort:&lt;br /&gt;
Vernunft muß sich ein jeder selbst erwerben,&lt;br /&gt;
Und nur die Dummheit pflanzt sich gratis fort.&lt;br /&gt;
Die Welt besteht aus Neid. Und Streit. Und Leid.&lt;br /&gt;
Und meistens ist es schade um die Zeit.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;next&quot;&gt;&lt;em&gt;Erich Kästner&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;
&lt;p&gt;Blicke ich einfach zu pessimistisch ins &lt;em&gt;Neue Jahr&lt;/em&gt;? Mir grauts dies mit einem klaren &lt;em&gt;&amp;#8220;Nein&amp;#8221;&lt;/em&gt; beantworten zu müssen. &lt;strong&gt;Wahr&lt;/strong&gt; bleibt &lt;strong&gt;Wahr&lt;/strong&gt;, obwohl ja jeder seine eigene Geschichte erzählt und an sie glaubt. &lt;strong&gt;Glaube ist das neue Wissen.&lt;/strong&gt; In Scharen ziehen sie lärmend durch die Straßen gegen den Glauben und sind selbst die größten Gläubigen. Tiefstes Mittelalter. Also ziehen sie ihr Wissen aus dem Glauben und sei der Leim auf dem sie kleben auch noch so irr. Es ist das Bestärkende darin das die Form fest zusammen bäckt und da man unablässig gegen irgendetwas oder irgendwen zu Felde zieht, können sie gar nicht begreifen, was sie selbst im Innersten zusammenhält. Und schon schmeißt einer den ersten Stein, die erste Fackel. Die Masse jubelt..!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Spazieren bildet. In dem wir gehen, sind wir. &lt;strong&gt;- Selbst das, im Zweifel! -&lt;/strong&gt; Sie nehmen uns die Worte für das Rändige und verbiegen sie zur Unkenntlichkeit ihrer selbst. Wer mag sich heute noch unbefangen als Freidenker oder gar Querdenker bezeichnen, als jemanden, der sich nicht stumpf dem Mainstream beugt, sondern eigene Standpunkte und Betrachtungen sucht; sich aber den Realitäten stellt! Mögen sie sich selber so bezeichnen, so ist das ihrem Glauben geschuldet; doch all die Berichterstattung geht so unfassbar daneben diese Begrifflichkeiten in naiver Zuspitzung zu übernehmen und damit komplett zu desavouieren. Was bleibt sind aufeinandergehetzte Ansichten, schön fest zusammengeschraubt in gegenseitiger Verachtung. Scharf gezeichnete Ränder ohne Verträglichkeiten, ohne Möglichkeit der vernunftgeleiteten Übergänge.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Die Welt besteht aus Neid. Und Streit. Und Leid.&lt;br /&gt;
Und meistens ist es schade um die Zeit.&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und doch...&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;
&lt;p class=&quot;poem poemblue&quot;&gt;Wir sitzen alle im gleichen Zug&lt;br /&gt;
und reisen quer durch die Zeit.&lt;br /&gt;
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.&lt;br /&gt;
Wir fahren alle im gleichen Zug.&lt;br /&gt;
Und keiner weiß, wie weit.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poemred&quot;&gt;Ein Nachbar schläft, ein andrer klagt,&lt;br /&gt;
ein dritter redet viel.&lt;br /&gt;
Stationen werden angesagt.&lt;br /&gt;
Der Zug, der durch die Jahre jagt,&lt;br /&gt;
kommt niemals an sein Ziel.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemblue&quot;&gt;Wir packen aus, wir packen ein.&lt;br /&gt;
Wir finden keinen Sinn.&lt;br /&gt;
Wo werden wir wohl morgen sein?&lt;br /&gt;
Der Schaffner schaut zur Tür herein&lt;br /&gt;
und lächelt vor sich hin.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poemred&quot;&gt;Auch er weiß nicht, wohin er will.&lt;br /&gt;
Er schweigt und geht hinaus.&lt;br /&gt;
Da heult die Zugsirene schrill!&lt;br /&gt;
Der Zug fährt langsam und hält still.&lt;br /&gt;
Die Toten steigen aus.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemblue&quot;&gt;Ein Kind steigt aus, die Mutter schreit.&lt;br /&gt;
Die Toten stehen stumm&lt;br /&gt;
am Bahnsteig der Vergangenheit.&lt;br /&gt;
Der Zug fährt weiter, er jagt durch die Zeit,&lt;br /&gt;
und keiner weiß, warum.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poemred&quot;&gt;Die erste Klasse ist fast leer.&lt;br /&gt;
Ein feister Herr sitzt stolz&lt;br /&gt;
im roten Plüsch und atmet schwer.&lt;br /&gt;
Er ist allein und spürt das sehr.&lt;br /&gt;
Die Mehrheit sitzt auf Holz.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemblue&quot;&gt;Wir reisen alle im gleichen Zug&lt;br /&gt;
zur Gegenwart in spe.&lt;br /&gt;
Wir sehen hinaus. Wir sahen genug.&lt;br /&gt;
Wir sitzen alle im gleichen Zug&lt;br /&gt;
und viele im falschen Coupé.&lt;/p&gt;

&lt;h3&gt;Das Eisenbahngleichnis&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Erich Kästner&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 01 Jan 2022 18:57:00 +0000</pubDate>
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<category>Freiheit</category>
<category>Gedicht</category>
<category>Gehen</category>
<category>Pausen</category>
<category>Pfade</category>
<category>Wahrheit</category>
<category>Zukunft</category>

</item>
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    <title>Farbenlehren und Gedichte</title>
    <link>https://www.solvitur.de/archives/62-Farbenlehren-und-Gedichte.html</link>
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            <category>solvitesken</category>
    
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    <author>nospam@example.com (John Lobster)</author>
    <content:encoded>
    &lt;div&gt;&lt;!-- s9ymdb:152 --&gt;&lt;picture&gt;&lt;source srcset=&quot;&quot; type=&quot;image/avif&quot; /&gt;&lt;source srcset=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/.v/lemon.webp&quot; type=&quot;image/webp&quot; /&gt;&lt;img alt=&quot;&quot; class=&quot;nb serendipity_image_right&quot; loading=&quot;lazy&quot; src=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/lemon.png&quot; style=&quot;width:269px&quot; /&gt;&lt;/picture&gt;&lt;/div&gt;

&lt;div class=&quot;left po&quot;&gt;
&lt;h3&gt;Warum die Zitronen sauer wurden&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Ich muss das wirklich mal betonen:&lt;br /&gt;
Ganz früher waren die Zitronen&lt;br /&gt;
(ich weiß nur nicht genau mehr, wann dies&lt;br /&gt;
gewesen ist) so süß wie Kandis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis sie einst sprachen: „Wir Zitronen,&lt;br /&gt;
wir wollen groß sein wie Melonen!&lt;br /&gt;
Auch finden wir das Gelb abscheulich,&lt;br /&gt;
wir wollen rot sein oder bläulich!“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gott hörte oben die Beschwerden&lt;br /&gt;
und sagte: „Daraus kann nichts werden!&lt;br /&gt;
Ihr müsst so bleiben! Ich bedauer!“&lt;br /&gt;
Da wurden die Zitronen sauer . . .&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Heinz Erhardt&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;&lt;strong&gt;— — —&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;div class=&quot;po same&quot;&gt;
&lt;p&gt;Diese Wochen haben wir ja viel von Farbenlehren gehört, von Flaggen und von Ampeln,&lt;br /&gt;
Sahen Stieg und Fall, sah’n Max und Moritz, wie sie strampeln.&lt;br /&gt;
Sie sondierten die Visionen, und sich feierlich verschworen,&lt;br /&gt;
Nicht zu schwatzen vor dem Ende, WER für WAS nun auserkoren.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;So bleibt es spannend. Doch laut Geraune, schon in spe,&lt;br /&gt;
Verbleibt den Habenden, das Portemonnaie.&lt;br /&gt;
Sie solltens schreien: „&lt;em&gt;Nehmt uns mehr&lt;/em&gt;“,&lt;br /&gt;
Laut hinaus, „&lt;em&gt;vom Millionär&lt;/em&gt;“&lt;em&gt;!&lt;/em&gt; 🙄&lt;/p&gt;

&lt;div&gt;&lt;!-- s9ymdb:151 --&gt;&lt;picture&gt;&lt;source srcset=&quot;&quot; type=&quot;image/avif&quot; /&gt;&lt;source srcset=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/.v/dimes.webp&quot; type=&quot;image/webp&quot; /&gt;&lt;img alt=&quot;&quot; class=&quot;nb serendipity_image_right&quot; loading=&quot;lazy&quot; src=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/dimes.png&quot; style=&quot;width:205px&quot; /&gt;&lt;/picture&gt;&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;Da kullerten die Taler&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;&lt;em&gt;- vor Lachen!&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Der Politikus macht Sachen!&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;&lt;strong&gt;— — —&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;div class=&quot;gdou&quot;&gt;
&lt;div class=&quot;g1&quot;&gt;
&lt;svg xmlns=&quot;http://www.w3.org/2000/svg&quot; viewBox=&quot;0 0 200 100&quot;&gt;
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&lt;/svg&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;div class=&quot;g2 po&quot;&gt;
&lt;h3&gt;Der Spatz&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;Es flog ein Spatz spazieren&lt;br /&gt;
hinaus aus großer Stadt.&lt;br /&gt;
Er hatte all die Menschen&lt;br /&gt;
und ihr Getue satt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er spitzte keck den Schnabel&lt;br /&gt;
und pfiff sich was ins Ohr.&lt;br /&gt;
Er kam sich hier weit draußen&lt;br /&gt;
wie eine Lerche vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er traf hier auch manch Rindvieh,&lt;br /&gt;
sah auch manch Haufen Mist . . .&lt;br /&gt;
Er sah, dass es woanders&lt;br /&gt;
auch nicht viel anders ist.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Heinz Erhardt&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;div class=&quot;gdou&quot;&gt;
&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;&lt;strong&gt;— — —&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;h3 style=&quot;text-align:center&quot;&gt;Nach einem alten Lied ( ¿Y tú qué has hecho? )&lt;/h3&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;div class=&quot;fs g1 rev&quot;&gt;
&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;_=_&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
&amp;#160;≈&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;div class=&quot;fs g2 po&quot;&gt;
&lt;p&gt;In den alten Stamm des Baumes, schnitzte,&lt;br /&gt;
ein Mädchen freudetrunken ihren Namen.&lt;br /&gt;
Der Baum in Innersten ergriffen, schwitzte&lt;br /&gt;
Und auf des jungen Mädchen heil’ges Froh-Locken&lt;br /&gt;
ließ seine Blüten fallen er, ... wie Samen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ich bin der Baum, sprach er, so traurig und ergriffen,&lt;br /&gt;
Du bist die Schönheit, die sich mir verschrieb.&lt;br /&gt;
Von nun an hüt’ ich deinen Namen heilig&lt;br /&gt;
In Zeit und Raum, die mir verblieb!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Du ranntest fort, im jugendlichen Schwange.&lt;br /&gt;
Vergaßt der Blüten, wie der Tat.&lt;br /&gt;
Schüttelst ab der Liebe Tropfen,&lt;br /&gt;
Voll Eile, unbedacht! — Schon lange.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es kamen Feuer, viele ! — Wie die Winter,&lt;br /&gt;
Knarrend ächzt der greise Baum im Winde.&lt;br /&gt;
Doch tief verborgen, unterm Moos Gesinnter&lt;br /&gt;
Trug fort den Namen er, vom Kinde.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;J.T.L.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;/div&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 17 Oct 2021 16:45:00 +0000</pubDate>
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    <category>Ansichten</category>
<category>Erhardt</category>
<category>Gedicht</category>
<category>Leben</category>
<category>Wort</category>
<category>Zukunft</category>

</item>
<item>
    <title>Ham se schon jewählt...?</title>
    <link>https://www.solvitur.de/archives/60-Ham-se-schon-jewaehlt....html</link>
            <category>snips</category>
    
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    <author>nospam@example.com (John Lobster)</author>
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    &lt;h2&gt;Kurt Tucholsky - &amp;#8220;Ein älterer, aber leicht besoffener Herr&amp;#8221; (1930)&lt;/h2&gt;

&lt;p&gt;&quot;Wie Sie mir hier sehn, bin ick nämlich aust Fensta jefalln. Wir wohn Hochpachterr, da kann sowat vorkomm. Es ist wejn den Jleichjewicht. Bleihm Se ruhich stehn, lieber Herr, ick tu Sie nischt - wenn Se mir wolln mah aufhehm... so... hoppla... na, nu jeht et ja schon. Ick wees jahnich, wat mir is: ick muß wat jejessen ham...!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jetrunken? Ja, det auch... aber mit Maßen, immer mit Maßen. Es wah - ham Sie &amp;#8216;n Auhrenblick Sseit? - es handelt sich nämlich bessüchlich der Wahlen. Hips... ick bin sossusahrn ein Opfer von unse Parteisserrissenheit. Deutschland kann nich untajehn; solange es einich is, wird es nie besiecht! Ach, diß wah ausn vorjn Kriech... na, is aber auch janz schön! Wenn ick Sie &amp;#8216;n Sticksken bejleiten dürf... stützen Sie Ihnen ruhig auf mir, denn jehn Sie sicherer!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Jestern morjen sach ick zu Elfriede, wat meine Jattin is, ick sahre: &amp;#8220;Elfriede!&amp;#8221; sahr ick, &amp;#8220;heute is Sonntach, ick wer man bißken rumhörn, wat die Leite so wählen dun, man muß sich auf den Laufenden halten&amp;#8221;, sahr ick - &amp;#8220;es is eine patt... pathologische Flicht!&amp;#8221; sahr ick. Ick ha nämlich &amp;#8216;n selbständjen Jemieseladn. Jut.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kennen Sie Jöbbels?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie packt ma &amp;#8216;n paar Stulln in, und ick ßottel los. Es wird ein ja viel jebotn, ssur Sseit... so ville Vasammlungen! Erscht war ich bei die Nazzenahlsosjalisten. Feine Leute. Mensch, die sind valleicht uffn Kien! Die janze Straße wah schwarz... un jrien... von de Schupo... un denn hatten da manche vabotene Hemden an... dies dürfen die doch nich! &amp;#8220;Runta mit det braune Hemde!&amp;#8221; sachte der Wachtmeister zu ein. &amp;#8220;Diß iss ein weißes Hemde!&amp;#8221; sachte der. &amp;#8220;Det is braun!&amp;#8221; sachte der Jriene. Der Mann hat ja um sich jejampelt mit Hände und Fieße; er sacht, seine weißen Hemden sehn imma so aus, saubrer kann a nich, sacht a. Da ham sen denn laufen lassen. Na, nu ick rin in den Saal. Da jabs Brauselimmenade mit Schnaps. Da ham se erscht jeübt: Aufstehn! Hinsetzn! Aufstehn! Hinsetzn! weil sie denn nämlich Märsche jespielt ham, und die Führers sind rinjekomm - un der Jöbbels ooch.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kenn Sie Jöbbels? Sie! Son Mann is det! Knorke. De ham die jerufen: &amp;#8220;Juden raus!&amp;#8221; un da habe ick jerufen: &amp;#8220;Den Anwesenden nadhierlich ausjenomm!&amp;#8221; un denn jing det los: Freiheit und Brot! ham die jesacht. Die Freiheit konnte man jleich mitnehm - det Brot hatten se noch nich da, det kommt erscht, wenn die ihr drittes Reich uffjemacht ham. Ja. Und scheene Lieda ham die -!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Als die liebe Morjensonne&lt;br /&gt;
schien auf Muttans Jänseklein,&lt;br /&gt;
zoch ein Rejiment von Hitla&lt;br /&gt;
in ein kleines Städtchen ein...!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Na, wat denn, wat denn... man witt doch noch singen dürfn! Ick bin ja schon stille - ja doch. Und der Jöbbels, der hat ja nich schlecht jedonnert! Un der hat eine Wut auf den Thälmann! &amp;#8220;Is denn kein Haufen da?&amp;#8221; sacht er - &amp;#8220;ick willn iebern Haufn schießen!&amp;#8221; Und wir sind alle younge Schklavn, hat der jesacht, und da hat er ooch janz recht. Und da war ooch een Kommenist, den ham se Redefreiheit jejehm. Ja. Wie sen nachher vabundn ham, war det linke Oohre wech. Nee, alles wat recht is: ick werde die Leute wahrscheinlich wähln. Wie ick rauskam, sachte ick mir: Anton, sachte ick zu mir, du wählst nazzenahlsosjalistisch. Heil!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Denn bin ick bei die Katholschen jewesn...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn bin ick bei die Katholschen jewesn. Da wollt ick erscht jahnich rin... ick weeß nich, wie ick da rinjekomm bin. Da hat son fromma Mann am Einjang jestandn, der hatte sich vor lauter Fremmichkeit den Krahrn vakehrt rum umjebunden, der sacht zu mir: &amp;#8220;Sind Sie katholischen Jlaubens?&amp;#8221; sacht er. Ick sahre: &amp;#8220;Nich, daß ick wüßte...&amp;#8221; - &amp;#8220;Na&amp;#8221;, sacht der, &amp;#8220;wat wollen Sie denn hier?&amp;#8221; - &amp;#8220;Jott&amp;#8221;, sahre ick, &amp;#8220;ick will mir mal informieren&amp;#8221;, sahre ick. &amp;#8220;Diß is meine Flicht des Staatsbirjers.&amp;#8221;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ick sahre: &amp;#8220;Einmal, alle vier Jahre, da tun wa so, als ob wa täten... diß is ein scheenet Jefiehl!&amp;#8221; - &amp;#8220;Na ja&amp;#8221;, sacht der fromme Mann, &amp;#8220;diß is ja alles jut und scheen... aber wir brauchen Sie hier nich!&amp;#8221; - &amp;#8220;Nanu...!&amp;#8221; sahre ick, &amp;#8220;sammeln Sie denn keene Stimm? Wörben Sie denn nich um die Stimm der Stimmberechtichten?&amp;#8221; sahre ick. Da sacht er: &amp;#8220;Wir sind bloß eine bescheidene katholische Minderheit&amp;#8221;, sacht er. &amp;#8220;Und ob Sie wähln oder nich&amp;#8221;, sacht er, &amp;#8220;desderwejn wird Deutschland doch von uns rejiert. In Rom&amp;#8221;, sacht er, &amp;#8220;is et ja schwierijer... aber in Deutschland...&amp;#8221; sacht er. Ick raus. Vier Molln hak uff den Schreck jetrunken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Denn wak bei die Demokratns...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn wak bei die Demokratns. Nee, also... ick hab se jesucht... durch janz Berlin hak se jesucht. &amp;#8220;Jibbs denn hier keene Demokratsn?&amp;#8221; frahr ick eenen. &amp;#8220;Mensch!&amp;#8221; sacht der. &amp;#8220;Du lebst wohl uffn Mond! Die hats doch nie jejehm! Und nu jippse iebahaupt nich mehr! Jeh mal hier rin&amp;#8221;, sacht er, &amp;#8220;da tacht die Deutsche Staatspachtei - da is et richtich.&amp;#8221;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ick rin. Da wah ja so viel Jugend... wie ick det jesehn habe, mußt ick vor Schreck erscht mal &amp;#8216;n Asbach Uralt trinken. Aber die Leute sinn richtich. Sie - det wa jroßachtich! An Einjang hattn se lauter Projramms zu liejn... da konnt sich jeder eins aussuchen. Ick sahre: &amp;#8220;Jehm Sie mir... jehm Se mia ein scheenet Projamm für einen selbständigen Jemieseladen, fier die Interessen des arbeitenden Volkes&amp;#8221;, sahre ick, &amp;#8220;mit etwas Juden raus, aber hinten wieder rin, und fier die Aufrechterhaltung der wohlerworbenen Steuern!&amp;#8221; - &amp;#8220;Bütte sehr&amp;#8221;, sacht det Frollein, wat da stand, &amp;#8220;da nehm Sie unsa Projramm Numma siemundfürrsich - da is det allens drin. Wenn et Sie nicht jefällt&amp;#8221;, sacht se, &amp;#8220;denn kenn Siet ja umtauschn. Wir sind jahnich so!&amp;#8221; Diß is eine kulante Pachtei, sahre ick Ihn! Ick werde die Leute wahrscheinlich wähln. Falls et sie bei der Wahl noch jibt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Denn wak bei die Sozis...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn wak bei die Sozis. Na, also ick bin ja eijentlich, bei Licht besehn, ein alter, jeiebter Sosjaldemokrat. Sehn Se mah, mein Vata war aktiva Untroffssier... da liecht die Disseplin in de Familie. Ja. Ick rin in de Vasammlung. Lauta klassenbewußte Arbeita wahn da: Fräser un Maschinenschlosser un denn ooch der alte Schweißer, der Rudi Breitscheid. Der is so lang, der kann aus de Dachrinne saufn. Det hat er aba nich jetan - er hat eine Rede jehalten. Währenddem daß die Leute schliefen, sahr ick zu ein Pachteigenossn, ick sahre: &amp;#8220;Jenosse&amp;#8221;, sahre ick, &amp;#8220;wieso wählst du eijentlich SPD - ?&amp;#8221;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ick dachte, der Mann kippt mir vom Stuhl! &amp;#8220;Donnerwetter&amp;#8221;, sacht er, &amp;#8220;nu wähl ick schon ssweiunsswanssich Jahre lang diese Pachtei&amp;#8221;, sacht er, &amp;#8220;aber warum det ick det due, det hak ma noch nie iebalecht! - Sieh mal&amp;#8221;, sachte der, &amp;#8220;ick bin in mein Bessirk ssweita Schriftfiehra, un uff unse Sahlahmde is det imma so jemietlich; wir kenn nu schon die Kneipe, un det Bier is auch jut, un am erschten Mai, da machen wir denn &amp;#8216;n Ausfluch mit Kind und Kejel und den janzen Vaein... und denn ahms is Fackelssuch... es is alles so scheen einjeschaukelt&amp;#8221;, sacht er. &amp;#8220;Wat brauchst du Jrundsätze&amp;#8221;, sacht er, &amp;#8220;wenn du&amp;#8217;n Apparat hast!&amp;#8221; Und da hat der Mann janz recht. Ick werde wahrscheinlich diese Pachtei wähln - es is so ein beruhjendes Jefiehl. Man tut wat for de Revolutzjon, aber man weeß janz jenau: mit diese Pachtei kommt se nich. Und das is sehr wichtig fier einen selbständjen Jemieseladen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Denn wak noch bei die kleinern Pachteien...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn wah ick bei Huchenberjn. Sie... det hat ma nich jefalln. Wer den Pachteisplitter nich ehrt, is det Janze nich wert - sahr ick doch imma. Huchenberch perseenlich konnte nich komm... der hat sich jrade jespaltn. Da hak inzwischen &amp;#8216;n Kimmel jetrunken.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Denn wak noch bei die kleinern Pachteien. Ick wah bei den Alljemeinen Deutschen Mietabund, da jabs hellet Bia; und denn bei den Tannenberchbund, wo Ludendorff mitmacht, da jabs Schwedenpunsch; und denn bei die Häußerpachtei, die wähln bloß in Badehosn, un da wah ooch Justaf Nahrl, der is natürlicher Naturmensch von Beruf; und denn wak bei die Wüchtschaftspachtei, die sind fier die Aufrechterhaltung der polnschen Wüchtschaft - und denn wark blau... blau wien Ritter. Ick wollt noch bei de Kommenistn jehn... aber ick konnte bloß noch von eene Laterne zur andern Laterne... Na, so bink denn nach Hause jekomm.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mutta hat valleicht &amp;#8216;n Theater jemacht...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Sie - Mutta hat valleicht &amp;#8216;n Theater jemacht! &amp;#8220;Besoffn wie son oller Iiiijel -.&amp;#8221; Hat se jesacht. Ick sahre: &amp;#8220;Muttacken&amp;#8221;, sahre ick, &amp;#8220;ick ha det deutsche Volk bei de Wahlvorbereitung studiert.&amp;#8221; - &amp;#8220;Besoffn biste!&amp;#8221; sacht se. Ick sahre: &amp;#8220;Det auch...&amp;#8221; sahre ick. &amp;#8220;Aber nur nehmbei. Ick ha staatspolitische Einsichten jewonn!&amp;#8221; sahre ick. &amp;#8220;Wat wißte denn nu wähln, du oller Suffkopp?&amp;#8221; sacht se. Ich sahre: &amp;#8220;Ick wähle eine Pachtei, die uns den schtarkn Mann jibt, sowie unsan jeliebtn Kaiser und auch den Präsidenten Hindenburch!&amp;#8221; sahr ick. &amp;#8220;Sowie bei aller Aufrechterhaltung der verfassungsjemäßichten Rechte&amp;#8221;, sahr ick. &amp;#8220;Wir brauchen einen Diktator wie Maxe Schmeling oder unsan Eckner&amp;#8221;, sahre ick. &amp;#8220;Nieda mit den Milletär!&amp;#8221; sahre ick, &amp;#8220;un hoch mit de Reichswehr! Und der Korridor witt ooch abjeschafft&amp;#8221;, sahre ick. &amp;#8220;So?&amp;#8221; sacht se. &amp;#8220;Der Korridor witt abjeschafft? Wie wißte denn denn int Schlafzimmer komm, du oller Süffel?&amp;#8221; sacht se.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Ick sahre: &amp;#8220;Der Reichstach muß uffjelöst wern, das Volk muß rejiern, denn alle Rechte jehn vom Volke aus. Na, un wenn eener ausjejang is, denn kommt a ja sobald nich wieda!&amp;#8221; sahre ick. &amp;#8220;Wir brauchen eine Zoffjett-Republik mit ein unumschränkten Offsier an die Spitze&amp;#8221;, sahre ick. &amp;#8220;Und in diesen Sinne werk ick wähln.&amp;#8221; Und denn bin ick aust Fensta jefalln.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mutta hat ohm jestanden und hat jeschimpft...! &amp;#8220;Komm du mir man ruff&amp;#8221;, hat se jebrillt. &amp;#8220;Dir wer ick! Du krist noch mal Ausjang! Eine Schande is es - ! Komm man ja ruff!&amp;#8221; Ick bin aba nich ruff. Ick als selbstänjdja Jemieseladen weeß, wat ick mir schuldich bin. Wollen wa noch ne kleene Molle nehm? Nee? Na ja... Sie missn jewiß ooch ze Hause - die Fraun sind ja komisch mit uns Männa! Denn winsch ick Sie ooch ne vajniechte Wahl! Halten Sie die Fahne hoch! Hie alleweje! Un ick wer Sie mal wat sahrn: Uffjelöst wern wa doch... rejiert wern wa doch... Die Wahl is der Rummelplatz des kleinen Mannes! Det sacht Ihn ein Mann, der det Lehm kennt! Jute Nacht -!&quot;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;hr /&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kurt Tucholsky: &amp;#8220;Ein älterer, aber leicht besoffener Herr&amp;#8221;&lt;/strong&gt; aus: &amp;#8220;Kurt Tucholsky, Gesammelte Werke&amp;#8221;. Copyright © 1960 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg. Freundlichst entwendet, dem Gutenbergarchiv.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
&lt;h2 style=&quot;text-align:center&quot;&gt;Hier ruht ein goldenes Herz und eine eiserne Schnauze&lt;br /&gt;
Gute Nacht — !&lt;/h2&gt;
&lt;/blockquote&gt;
 
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    <pubDate>Mon, 06 Sep 2021 11:53:00 +0000</pubDate>
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    <category>Gesellschaft</category>
<category>Kritik</category>
<category>Literatur</category>
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    <title>Wiederbegegnung mit einem Meister</title>
    <link>https://www.solvitur.de/archives/57-Wiederbegegnung-mit-einem-Meister.html</link>
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    <author>nospam@example.com (John Lobster)</author>
    <content:encoded>
    &lt;p&gt;Was bleibt ist der arme Poet. Der große Westen mit seiner Idee hat sich überlebt und sein großer Bruder im Osten ebenso. Es fehlt weiterhin die Idee der Mitte. War es doch einst die Chance der EU, getragen aus den Kriegen, die erst die Staaten formten, dann die Einsicht. Heute ist Zerfall das Schlüsselwort. Einsicht sucht man vergebens. Alles ist geprägt von Machtinteressen und Egoismen.&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Teppichhändler, Gaukler, Warenströme &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Ein Husar wer anderes dächte und erhoffte &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Dem Guten, dem Wahren und dem Schönen &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Ja, so wird es uns gelehret &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; soll Geist - soll Kunst, &lt;/em&gt;&lt;span&gt;Kommerz&lt;/span&gt;&lt;em&gt; bekehren &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Seinem Dasein höher`n Sinn verleihen &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; wo üble Teufel Gall und Gift verspeien &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Doch niedere Sinne machten aus Erkenntnis Gift &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Strategen nutzen es mit spitzem Stift &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Unfriede herrscht, was einst vereinen sollt &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; der Mensch Geschlecht - zum Ziel ausrollt &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Einst stieg Zeus selbst, geformt als Stier &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; zum Mensch hinab und raubte ihm Europe &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Heut trottet dieser in der Grube &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; gelähmt, sein kühner Flügelschlag im Pfluge &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Schon fast zerrieben unter dem Geknirsche &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; verdrehter Wahrheit, liegt die Kirsche &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Was also blieb von der IDEE? &lt;strong&gt;//&lt;/strong&gt; Nichts. Nada, weiß Papier - ein Traum aus Schnee!&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Pegasus im Joche&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;div&gt;&lt;!-- s9ymdb:129 --&gt;&lt;picture&gt;&lt;source srcset=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/.v/Pegasus.serendipityThumb.webp&quot; type=&quot;image/webp&quot; /&gt;&lt;img alt=&quot;&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/Pegasus.serendipityThumb.png&quot; style=&quot;width:400px&quot; /&gt;&lt;/picture&gt;&lt;/div&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemred&quot;&gt;Auf einen Pferdemarkt – vielleicht zu Haymarket,&lt;br /&gt;
Wo andre Dinge noch in Waare sich verwandeln,&lt;br /&gt;
Bracht’ einst ein hungriger Poet&lt;br /&gt;
Der Musen Roß, es zu verhandeln.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemblue&quot;&gt;Hell wieherte der Hippogryph,&lt;br /&gt;
Und bäumte sich in prächtiger Parade;&lt;br /&gt;
Erstaunt blieb Jeder stehn und rief:&lt;br /&gt;
Das edle, königliche Thier! Nur Schade&lt;br /&gt;
Daß seinen schlanken Wuchs ein häßlich Flügelpaar&lt;br /&gt;
Entstellt! Den schönsten Postzug würd’ es zieren.&lt;br /&gt;
Die Race, sagen sie, sey rar,&lt;br /&gt;
Doch wer wird durch die Luft kutschieren?&lt;br /&gt;
Und keiner will sein Geld verlieren.&lt;br /&gt;
Ein Pächter faßte endlich Muth.&lt;br /&gt;
Die Flügel zwar, spricht er, die schaffen keinen Nutzen;&lt;br /&gt;
Doch die kann man ja binden oder stutzen,&lt;br /&gt;
Dann ist das Pferd zum Ziehen immer gut.&lt;br /&gt;
Ein zwanzig Pfund, die will ich wohl dran wagen;&lt;br /&gt;
Der Täuscher, hoch vergnügt die Waare loszuschlagen,&lt;br /&gt;
Schlägt hurtig ein. „Ein Mann, ein Wort!“&lt;br /&gt;
Und Hans trabt frisch mit seiner Beute fort.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemred&quot;&gt;Das edle Thier wird eingespannt;&lt;br /&gt;
Doch fühlt’ es kaum die ungewohnte Bürde,&lt;br /&gt;
So rennt es fort mit wilder Flugbegierde&lt;br /&gt;
Und wirft, von edelm Grimm entbrannt,&lt;br /&gt;
Den Karren um an eines Abgrunds Rand.&lt;br /&gt;
Schon gut, denkt Hans. Allein darf ich dem tollen Thiere&lt;br /&gt;
Kein Fuhrwerk mehr vertraun. Erfahrung macht schon klug.&lt;br /&gt;
Doch morgen fahr’ ich Passagiere,&lt;br /&gt;
Da stell’ ich es als Vorspann in den Zug.&lt;br /&gt;
Die muntre Krabbe soll zwei Pferde mir ersparen;&lt;br /&gt;
Der Koller gibt sich mit den Jahren.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemblue&quot;&gt;Der Anfang ging ganz gut. Das leichtbeschwingte Pferd&lt;br /&gt;
Belebt der Klepper Schritt, und pfeilschnell fliegt der Wagen,&lt;br /&gt;
Doch was geschieht? Den Blick den Wolken zugekehrt,&lt;br /&gt;
Und ungewohnt, den Grund mit festem Huf zu schlagen,&lt;br /&gt;
Verläßt es bald der Räder sichre Spur,&lt;br /&gt;
Und, treu der stärkeren Natur,&lt;br /&gt;
Durchrennt es Sumpf und Moor, geackert Feld und Hecken;&lt;br /&gt;
Der gleiche Taumel faßt das ganze Postgespann,&lt;br /&gt;
Kein Rufen hilft, kein Zügel hält es an,&lt;br /&gt;
Bis endlich, zu der Wandrer Schrecken,&lt;br /&gt;
Der Wagen, wohlgerüttelt und zerschellt,&lt;br /&gt;
Auf eines Berges steilem Gipfel hält.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemred&quot;&gt;Das geht nicht zu mit rechten Dingen!&lt;br /&gt;
Spricht Hans mit sehr bedenklichem Gesicht.&lt;br /&gt;
So wird es nimmermehr gelingen;&lt;br /&gt;
Laß sehn, ob wir den Tollwurm nicht&lt;br /&gt;
Durch magre Kost und Arbeit zwingen.&lt;br /&gt;
Die Probe wird gemacht. Bald ist das schöne Thier,&lt;br /&gt;
Eh noch drei Tage hingeschwunden,&lt;br /&gt;
Zum Schatten abgezehrt. Ich hab’s, ich hab’s gefunden!&lt;br /&gt;
Ruft Hans. Jetzt frisch, und spannt es mir&lt;br /&gt;
Gleich vor den Pflug mit meinem stärksten Stier!&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemblue&quot;&gt;Gesagt, gethan. In lächerlichem Zuge&lt;br /&gt;
Erblickt man Ochs und Flügelpferd am Pfluge.&lt;br /&gt;
Unwillig steigt der Greif und strengt die letzte Macht&lt;br /&gt;
Der Sehnen an, den alten Flug zu nehmen.&lt;br /&gt;
Umsonst, der Nachbar schreitet mit Bedacht,&lt;br /&gt;
Und Phöbus stolzes Roß muß sich dem Stier bequemen,&lt;br /&gt;
Bis nun, vom langen Widerstand verzehrt,&lt;br /&gt;
Die Kraft aus allen Gliedern schwindet,&lt;br /&gt;
Von Gram gebeugt das edle Götterpferd&lt;br /&gt;
Zu Boden stürzt, und sich im Staube windet.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemred&quot;&gt;Verwünschtes Thier! bricht endlich Hansens Grimm&lt;br /&gt;
Laut scheltend aus, indem die Hiebe flogen.&lt;br /&gt;
So bist du denn zum Ackern selbst zu schlimm,&lt;br /&gt;
Mich hat ein Schelm mit dir betrogen.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemblue&quot;&gt;Indem er noch in seines Zornes Wuth&lt;br /&gt;
Die Peitsche schwingt, kommt flink und wohlgemuth&lt;br /&gt;
Ein lustiger Gesell die Straße hergezogen.&lt;br /&gt;
Die Cither klingt in seiner leichten Hand,&lt;br /&gt;
Und durch den blonden Schmuck der Haare&lt;br /&gt;
Schlingt zierlich sich ein goldnes Band.&lt;br /&gt;
Wohin, Freund, mit dem wunderlichen Paare?&lt;br /&gt;
Ruft er den Baur von weitem an.&lt;br /&gt;
Der Vogel und der Ochs an einem Seile,&lt;br /&gt;
Ich bitte dich, welch ein Gespann!&lt;br /&gt;
Willst du auf eine kleine Weile&lt;br /&gt;
Dein Pferd zur Probe mir vertraun?&lt;br /&gt;
Gib acht, du sollst dein Wunder schaun.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;poem poemred&quot;&gt;Der Hippogryph wird ausgespannt,&lt;br /&gt;
Und lächelnd schwingt sich ihm der Jüngling auf den Rücken.&lt;br /&gt;
Kaum fühlt das Thier des Meisters sichre Hand,&lt;br /&gt;
So knirscht es in des Zügels Band,&lt;br /&gt;
Und steigt, und Blitze sprühn aus den beseelten Blicken.&lt;br /&gt;
Nicht mehr das vor’ge Wesen, königlich,&lt;br /&gt;
Ein Geist, ein Gott, erhebt es sich,&lt;br /&gt;
Entrollt mit einem Mal in Sturmes Wehen&lt;br /&gt;
Der Schwingen Pracht, schießt brausend himmelan,&lt;br /&gt;
Und eh der Blick ihm folgen kann,&lt;br /&gt;
Entschwebt es zu den blauen Höhen.&lt;/p&gt;

&lt;p class=&quot;next&quot;&gt;&lt;em&gt;Friedrich Schiller&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 24 Jul 2020 09:54:00 +0000</pubDate>
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    <category>Antike</category>
<category>Gedicht</category>
<category>Idee</category>
<category>Poesie</category>
<category>Schiller</category>

</item>
<item>
    <title>Ein Appell zur Stärkung der Moral in schwieriger Zeit</title>
    <link>https://www.solvitur.de/archives/56-Ein-Appell-zur-Staerkung-der-Moral-in-schwieriger-Zeit.html</link>
            <category>snips</category>
            <category>solvitesken</category>
    
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    <author>nospam@example.com (John Lobster)</author>
    <content:encoded>
    &lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wovon man nicht sprechen kann darüber muß man schweigen.&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Mein lieber Wittgenstein! Dem ist wohl so.&lt;br /&gt;
Doch gleichwohl findet sich auch immer jemand, der diese Schätze zu heben weiß, damit sie nicht ungesagt im dunklen Grabe verschwinden.&lt;/p&gt;

&lt;div&gt;
&lt;figure class=&quot;serendipity_imageComment_center&quot; style=&quot;width: 900px&quot;&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:149 --&gt;&lt;picture&gt;&lt;source srcset=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/.v/Landschaftsbild_von_Tang_Yin.webp&quot; type=&quot;image/webp&quot; /&gt;&lt;img alt=&quot;&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/Landschaftsbild_von_Tang_Yin.jpg&quot; style=&quot;width:900px&quot; title=&quot;Landschaftsbild_von_Tang_Yin.jpg&quot; /&gt;&lt;/picture&gt;&lt;/div&gt;

&lt;figcaption class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Courtesy of Freer Gallery of Art and Arthur M. Sackler Gallery, Smithsonian Institution&lt;/figcaption&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;p&gt;Bert Brecht schrieb dieses wundervolle Gedicht 1938 in &lt;span class=&quot;autor-biography&quot; id=&quot;autor-biography&quot;&gt;&lt;span id=&quot;biography-container&quot;&gt;Skovsbostrand bei Svendborg in Dänemark&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;. Angeblich soll er 1933 auf dem Weg ins Exil aus Berlin ein chinesisches Rollbild mitgenommen haben, das den Laotse im Gebirge auf einem Ochsen reitend darstellte. Es hing wohl an der kahlen Wand bei seinem Schreibtisch, bevor er kurz danach weiter emigrierte und schließlich über den Osten in den Westen und dann wieder nach Berlin zurückkehrte. &lt;span class=&quot;autor-biography&quot;&gt;&lt;span&gt;Im Mai des Jahres 1956 wurde Brecht mit einer Grippe in die Berliner Charité eingeliefert und starb am 14. August 1956 an einem Herzinfarkt.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;
Laotse selbst ist wohl ein Mythos, als leibgewordener Gründer des Taoismus. Heute nimmt man an, dass das Buch des Tao-Te-King ein Sammelwerk verschiedenster mündlicher Überlieferungen ist, dazu noch aus unterschiedlichen Zeiten. Und doch hat dieser Mythos sich tief in die chinesische Werdung hinein verknüpft; und von da aus in die ganze Welt.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&amp;#160;&lt;/p&gt;

&lt;div style=&quot;background-color:#f9f9f9; border-left:5px solid #cccccc; margin-left:1em; padding-left:.25em&quot;&gt;
&lt;p&gt;&lt;u&gt;BERTOLT BRECHT &lt;/u&gt;&lt;br /&gt;
LEGENDE VON DER ENTSTEHUNG DES BUCHES TAO TE KING&lt;br /&gt;
AUF DEM WEG DES LAOTSE&lt;br /&gt;
IN DIE EMIGRATION&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;

&lt;table&gt;
	&lt;tbody&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td&gt;
			&lt;pre&gt;
&lt;strong&gt;Als er siebzig war und war gebrechlich,
Drängte es den Lehrer doch nach Ruh’,
Denn die Weisheit war im Lande wieder einmal schwächlich
Und die Bosheit nahm an Kräften wieder einmal zu.
Und er gürtete den Schuh.

Und er packte ein, was er so brauchte:
Wenig. Doch es wurde dies und das.
So die Pfeife, die er abends immer rauchte,
Und das Büchlein, das er immer las.
Weißbrot nach dem Augenmaß.

Freute sich des Tals noch einmal und vergaß es,
als er ins Gebirg den Weg einschlug.
Und sein Ochse freute sich des frischen Grases
Kauend, während er den Alten trug.
Denn dem ging es schnell genug.

Doch am vierten Tag im Felsgesteine
Hat ein Zöllner ihm den Weg verwehrt:
„Kostbarkeiten zu verzollen?” „Keine.”
Und der Knabe, der den Ochsen führte, sprach:
„Er hat gelehrt.”
Und so war auch das erklärt.

Doch der Mann in einer heitren Regung
Fragte noch: „Hat er was rausgekriegt?”
Sprach der Knabe: „Daß das weiche Wasser in Bewegung
Mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt.
Du verstehst, das Harte unterliegt.”

Daß er nicht das letzte Tageslicht verlöre,
Trieb der Knabe nun den Ochsen an.
Und die drei verschwanden schon um eine schwarze Föhre.
Da kam plötzlich Fahrt in unsern Mann
Und er schrie: „He, du! Halt an!”

„Was ist das mit diesem Wasser, Alter?”
Hielt der Alte: „Interessiert es dich?”
Sprach dem Mann: „Ich bin nur Zollverwalter,
Doch wer wen besiegt, das interessiert auch mich.
Wenn du’s weißt, dann sprich!

Schreib mir’s auf. Diktier es diesem Kinde!
So was nimmt man doch nicht mit sich fort.
Da gibt’s doch Papier bei uns und und Tinte
Und ein Nachtmahl gibt es auch: ich wohne dort.
Nun, ist das ein Wort?”

Über seine Schulter sah der Alte
Auf den Mann: Flickjoppe. Keine Schuh.
Und die Stirne eine einzige Falte.
Ach, kein Sieger trat da auf ihn zu.
Und er murmelte: „Auch du?”

Eine höfliche Bitte abzuschlagen
War der Alte, wie es schien, zu alt.
Denn er sagte laut: „Die etwas fragen,
Die verdienen Antwort.” Sprach der Knabe: „Es wird auch schon kalt.”
„Gut, ein kleiner Aufenthalt.”

Und von seinem Ochsen stieg der Weise,
Sieben Tage schrieben sie zu zweit.
Und der Zöllner brachte Essen (und er fluchte nur noch leise
Mit den Schmugglern in der ganzen Zeit).
Und dann war’s so weit.

Und dem Zöllner händigte der Knabe
Eines Morgens einundachtzig Sprüche ein
Und mit Dank für eine kleine Reisegabe
Bogen sie um jene Föhre ins Gestein.
Sagt jetzt: kann man höflicher sein?

Aber rühmen wir nicht nur den Weisen,
Dessen Name auf dem Büchlein prangt!
Denn man muß dem Weisen seine Weisheit erst entreißen.
Darum sei der Zöllner auch bedankt:
Er hat sie ihm abverlangt.
&lt;/strong&gt;
&lt;/pre&gt;
			&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
	&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;

&lt;p&gt;Ein uralter Spruch, überliefert den Ohnmächtigen der Welt, denen nichts anderes gegeben, als sich immer wieder selbst erneut den Mächtigen entgegenzustellen. Weichgespült durch Menschenkraft des Widerstands. Das Mittel, um auch heute noch die &lt;span class=&quot;st&quot;&gt;repressive &lt;/span&gt;Staatsgewalt das Fürchten zu lehren! Denken wir nur an die tapferen Studenten aus Hongkong und welche Sogwirkung sie auf ihre Mitbürger hatten. Wasser und simple Regenschirme, welch eine Symbolik. Die Geschichte ist voll davon wie dieses einfache Mittel die stärksten Systeme brach. Doch leider haben diese dazugelernt und verfügen heute über die schrecklichen Möglichkeiten der digitalen Komplettüberwachung. Ein ungleicher Kampf mit ungewissen Ausgang.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;em&gt;Lao Tse, Spruch 78, LXXVIII&lt;br /&gt;
“Nichts Nachgiebigeres in der Welt als Wasser /&lt;br /&gt;
Dennoch zwingt es das Härteste.”&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Tröstung und Hoffnung zugleich!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Murmeln wir also tapfer unser Mantra: “Daß das weiche Wasser in Bewegung / Mit der Zeit den mächtigen Stein besiegt /...dass das..”&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Thu, 11 Jun 2020 17:33:00 +0000</pubDate>
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    <category>Brecht</category>
<category>Dichter</category>
<category>Dichtung</category>
<category>Erziehung</category>
<category>Fremde</category>
<category>Gedicht</category>
<category>Geschichte</category>
<category>Gesellschaft</category>
<category>Literatur</category>
<category>Nationalsozialismus</category>
<category>Poesie</category>
<category>Wahrheit</category>
<category>Wanderer</category>

</item>
<item>
    <title>Von Helden und Maulhelden, Intelligenzen und anderen Heimsuchungen</title>
    <link>https://www.solvitur.de/archives/55-Von-Helden-und-Maulhelden,-Intelligenzen-und-anderen-Heimsuchungen.html</link>
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            <category>solvitesken</category>
    
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    <author>nospam@example.com (John Lobster)</author>
    <content:encoded>
    &lt;p&gt;&lt;!-- s9ymdb:147 --&gt;&lt;img alt=&quot;&quot; class=&quot;serendipity_image_center&quot; src=&quot;https://www.solvitur.de/uploads/Tucholsky_-_Zeitungsdeutsch.png&quot; style=&quot;width:900px&quot; /&gt;&lt;em&gt;“Wollen wir in einer Welt leben, in der jeder jeden bescheißt?”&lt;/em&gt; &lt;strong&gt;Nein&lt;/strong&gt;, das wollen wir nicht, &lt;strong&gt;tun wir aber!&lt;/strong&gt; Jedenfalls in einer Welt in der es eine ganze Schicht gibt die sich eben genau solches herausnehmen. &lt;strong&gt;Pfui Deibel!&lt;/strong&gt; Gott sei Dank gibt es Menschen wie diesen Richter aus Bonn, die solches Verhalten eben auch so benennen: &amp;#8220;&lt;em&gt;Wenn sie sich in einen Kreis von Ganoven begeben, können Sie doch nicht sagen, um mich herum waren auch nur Ganoven, die haben das alle gemacht&lt;/em&gt;&amp;#8221;. Schlage ich die Zeitung auf, so steht da selten Nachdenkliches, echt &lt;span class=&quot;mw-headline&quot; id=&quot;hinterfragtest_(Deutsch)&quot;&gt;Hinterfragtes&lt;/span&gt;. Alles ist auf die schnelle Nummer aus. Da werden Leute schnell als Helden bezeichnet, die einfach nur ihre Arbeit machen, zu der sie gewählt sind, nur weil es andere gibt, deren &amp;#8220;&lt;strong&gt;helden&lt;/strong&gt;&amp;#8221; Attribut am hinteren Ende des Objektes zu finden ist und darüber immer wieder keinen Zweifel aufkommen lassen. Die Welt ist im shutup-Modus. Nur diejenigen die einen Shutup wirklich nötig hätten, halten es einfach nicht, &lt;em&gt;..ihr Objekt&lt;/em&gt;.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;In die Stille des heruntergefahrenen Tages raunt der alte Dylan “&lt;span class=&quot;style-scope yt-formatted-string&quot; dir=&quot;auto&quot;&gt;&lt;em&gt;The day they stole America”&lt;/em&gt;. Wirklich erst als Kennedy ermordet wurde? Maybe it all began with &lt;em&gt;“Cortez the Killer&lt;/em&gt;”! Die &lt;strong&gt;Prise Wahnsinn&lt;/strong&gt; die genügend Abgründe auftat, um sich immer wieder erneut in sie zu stürzen. Vom Anbeginn an werden Geschichten erzählt. Sie sind die Schneisen im Chaos. Die &lt;/span&gt;&lt;span&gt;Aborigines folgten ihren Songlines, Pfaden aus Erzählungen &lt;/span&gt;entlang der spirituellen, natürlichen und moralischen Ordnung des Kosmos&lt;span&gt;. Es gibt sie also, die Erzählungen die hinüberreichen und dem Menschen Richtschnüre entlang ihres Weges geben. Die neueren Zeiten machten daraus &lt;strong&gt;Narrative&lt;/strong&gt;; ein furchbares Wort, so voll von Lügen und gefährlichen Verkleisterungen und Abwegen. Abgekoppelt von der moralischen Ordnung des Kosmos, nur noch dumpfe &lt;/span&gt;Zweckerzählungen, die Interessen dienen, &lt;em&gt;..menschlichen &lt;/em&gt;Interessen!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;span&gt;Demjenigen der mit dem Glauben an das &lt;strong&gt;Gute&lt;/strong&gt;, &lt;strong&gt;Wahre&lt;/strong&gt; und &lt;strong&gt;Schöne&lt;/strong&gt; aufwächst, erwacht die Welt der Narrative immer mehr zu einem bedrückenden Albtraum und ihre Protagonisten gleich mit. Es ist so schwer dagegen wach zu bleiben, sie immer erst einmal als das zu lesen was sie sind, &lt;/span&gt;&lt;span class=&quot;st&quot;&gt;elende Nachtmahren die den hellen Geist verdunkeln. Doch sind Erzählungen wichtig; wir alle kennen sie und leben nach und mit ihnen. &lt;/span&gt;Alles sind nur Erzählungen - aber wenn sie gut sind, heben sich soweit gegeneinander auf, dass eine Entwicklung über die Zeit stattfindet. Eine Entwicklung ins Helle!&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Und doch ist mir die &lt;strong&gt;Enttäuschung&lt;/strong&gt; auf die Stirn geschrieben, in &lt;strong&gt;Furchen der Erfahrung&lt;/strong&gt;. Der Glaube bröselt! Das neueste dieser &lt;strong&gt;Narr&lt;/strong&gt;.ative: Künstliche Intelligenz wirds schon richten. &lt;em&gt;Glaube daran, Mensch! Folge den Weisheiten der Algorithmen. Sie können nicht irren, BIG DATA sei Dank!&lt;/em&gt; &lt;strong&gt;Hah!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mo&lt;/strong&gt;.ment! Lassen wir dem “&lt;em&gt;Yer Blues&lt;/em&gt;” Schmerz kurz seinen Lauf &lt;em&gt;-&amp;#160;« &lt;strong&gt;John!&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt; » - &lt;em&gt;Two, three...&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;[Chorus]&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Yes, I&amp;#8217;m lonely&lt;br /&gt;
Want to die&lt;br /&gt;
Yes, I&amp;#8217;m lonely&lt;br /&gt;
Want to die&lt;br /&gt;
If I ain&amp;#8217;t dead already, hoo&lt;br /&gt;
Girl, you know the reason why&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;[Verse 1]&lt;br /&gt;
In the morning&lt;br /&gt;
Want to die&lt;br /&gt;
In the evening&lt;br /&gt;
Want to die&lt;br /&gt;
If I ain&amp;#8217;t dead already, hoo&lt;br /&gt;
Girl, you know the reason why&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;My mother was of the sky&lt;br /&gt;
My father was of the earth&lt;br /&gt;
But I am of the universe&lt;br /&gt;
And you know what it&amp;#8217;s worth&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;[Chorus]&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;I&amp;#8217;m lonely&lt;br /&gt;
Want to die&lt;br /&gt;
If I ain&amp;#8217;t dead already, hoo&lt;br /&gt;
Girl, you know the reason why&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;[Verse 2]&lt;br /&gt;
The eagle picks my eye&lt;br /&gt;
The worm he licks my bones&lt;br /&gt;
I feel so suicidal&lt;br /&gt;
Just like Dylan&amp;#8217;s Mr. Jones&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;[Chorus]&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Lonely&lt;br /&gt;
Want to die&lt;br /&gt;
If I ain&amp;#8217;t dead already, woo&lt;br /&gt;
Girl, you know the reason why&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;[Verse 3]&lt;br /&gt;
Black cloud crossed my mind&lt;br /&gt;
Blue mist round my soul&lt;br /&gt;
Feel so suicidal&lt;br /&gt;
Even hate my rock and roll&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;[Chorus]&lt;br /&gt;
&lt;em&gt;Want to die&lt;br /&gt;
Yeah, want to die&lt;br /&gt;
If I ain&amp;#8217;t dead already, woo&lt;br /&gt;
Girl, you know the reason why&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&lt;em&gt;Girl, did ya hear me..??&lt;/em&gt;&lt;/strong&gt; So schallts hinaus in die Nacht...&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Rettung&lt;/strong&gt; meiner inneren Jugend aber war immer:&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;&lt;em&gt;Almost Cut My Hair&lt;br /&gt;
It happened just the other day&lt;br /&gt;
It&amp;#8217;s getting&amp;#8217; kinda long&lt;br /&gt;
I coulda said it wasn&amp;#8217;t in my way&lt;br /&gt;
But I didn&amp;#8217;t and I wonder why&lt;br /&gt;
I feel like letting my freak flag fly&lt;br /&gt;
Yes, I feel like I owe it to someone&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;&lt;em&gt;Must be because I had a flu for Christmas&lt;br /&gt;
And I&amp;#8217;m not feeling up to par&lt;br /&gt;
It increases my paranoia&lt;br /&gt;
Like looking at my mirror and seeing a police car&lt;br /&gt;
But I&amp;#8217;m not giving in an inch to fear&lt;br /&gt;
&amp;#8217;Cause I promised myself this year&lt;br /&gt;
I feel like I owe it to someone&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p style=&quot;text-align:center&quot;&gt;&lt;em&gt;When I finally get myself together&lt;br /&gt;
I&amp;#8217;m going to get down in that sunny southern weather&lt;br /&gt;
And I&amp;#8217;ll find a place inside to laugh&lt;br /&gt;
Separate the wheat from the chaff&lt;br /&gt;
I feel like I owe it&lt;br /&gt;
To someone, yeah&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Mögen wir also alle unseren &lt;em&gt;FLUE&lt;/em&gt; überwinden, denen Gedenken die es nicht schafften und zu den Songs unserer Jugend zurückkehren! &lt;em&gt;I owe it to someone, &lt;strong&gt;yeah!&lt;/strong&gt;&lt;/em&gt;&lt;/p&gt;
 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sat, 28 Mar 2020 18:06:00 +0000</pubDate>
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    <category>Aufklärung</category>
<category>Chatwin</category>
<category>Dichtung</category>
<category>Formel</category>
<category>Schicksal</category>
<category>Songs</category>
<category>Tod</category>
<category>Völker</category>
<category>Wahrheit</category>
<category>Zukunft</category>

</item>
<item>
    <title>Lose Bemerkungen über den Wahn und das Gespenst eines Gespensts</title>
    <link>https://www.solvitur.de/archives/54-Lose-Bemerkungen-ueber-den-Wahn-und-das-Gespenst-eines-Gespensts.html</link>
            <category>snips</category>
            <category>solvitesken</category>
    
    <comments>https://www.solvitur.de/archives/54-Lose-Bemerkungen-ueber-den-Wahn-und-das-Gespenst-eines-Gespensts.html#comments</comments>
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    <author>nospam@example.com (John Lobster)</author>
    <content:encoded>
    &lt;p&gt;Wir hatten bereits schon das Vergnügen auf einen Mitstreiter hinzuweisen.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Vor 50 Jahren starb der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno in den Schweizer Bergen. Zu seinem Todestag hat sein Verlag ein Büchlein unter dem Titel &amp;#8220;&lt;strong&gt;Aspekte des neuen Rechtsradikalismus&lt;/strong&gt;&amp;#8221; veröffentlicht. Es ist das Transkript einer Rede, die Adorno am 6. April 1967 in Österreich gehalten hat.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Kurz vorher hatte er 1959 in der &amp;#8220;Aufarbeitung der Vergangenheit&amp;#8221; geschrieben:&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&amp;#8220;Der Nationalsozialismus lebt nach, und bis heute wissen wir nicht, ob bloß als Gespenst dessen, was so ungeheuerlich war, daß es am eigenen Tode noch nicht starb, oder ob es gar nicht erst zum Tode kam; ob die Bereitschaft zum Unsäglichen fortwest in den Menschen wie in den Verhältnissen, die sie umklammern.&amp;#8221;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Adorno berichtet über perfide Techniken der rationalen Mittel und irrrationalen Zwecke, die nur eines zum Ziele haben, die gesellschaftlichen Werte und kulturellen Errungenschaften mit Propaganda zu unterminieren. Das solche Strukturen trotz der geschichtlichen Katastrophen eine merkwürdige Konstanz haben und sich zu wiederholen scheinen. Das sie in Wahnsysteme sich steigern und das ja wohl gar kein Zweifel mehr bestehen könne, dass also sogenannte Massenbewegungen faschistischen Stils mit Wahnsystemen eine sehr tiefe strukturelle Beziehung haben. Sie knabbern also am Rande immer und immer weiter, wie die Motten - und, irgendwann zerfällt das Gewebe!&lt;/p&gt;

&lt;blockquote&gt;
&lt;p&gt;&amp;#8220;...als Ausdruck dessen, dass dem Inhalt nach, dem gesellschaftlich ökonomischen Inhalt nach, die Demokratie bis heute nirgends wirklich und ganz sich konkretisiert hat, sondern formal geblieben ist; und die faschistischen Bewegungen könnte man in diesem Sinn als die Wundmale, als die Narben einer Demokratie bezeichnen, die ihrem eigenen Begriff eben doch bis heute noch nicht voll gerecht geworden ist.&amp;#8221;&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;

&lt;p&gt;Der Vortrag ist in der Österreichischen Mediathek verfügbar und ist von einer geradezu bestürzenden Aktualität, gerade was sich da mit den &amp;#8220;&lt;em&gt;...man wird ja wohl noch einen Flügel haben dürfen&lt;/em&gt;...&amp;#8221; Leuten oder den unglaublichen Internet-Kommentaren, die heutzutage zu allen, dieselben zur Weißglut treibenden, Artikeln mehr und mehr auftauchen, den täglichen Fake-News und der täglichen Fake-Propaganda, auftut. &lt;strong&gt;Da ist Erschreckendes im Gang!&lt;/strong&gt; Jeder weitere Tag mit jeder dieser Begleitungerscheinungen nagt am aufrechten Menschen. Es ist völlig egal inwiefern es nur verdrehte, oder tröpfchenweise darin enthaltene Wahrheit, oder reine dreiste Lüge ist. Es ist das Dauerfeuer der Propaganda das sein Werk tut! Denken wir nur an die aufgebauschten Migrantentumulte in &amp;#8220;deutschen&amp;#8221; Schwimmbädern, die durch das verwesende Sommerloch geisterten. Völlige Verdrehung der Tatsachen, ohne Chance von der Allgemeinheit als Lüge enttarnt zu werden und sei es nur im Nachhinein.&lt;/p&gt;

&lt;p&gt;Es lohnt sich also ihm zu folgen; durch die manchmal etwas dröge Sprachformulierung zum innewohnenden Humor und Klarheit durchzudringen.&lt;br /&gt;
Klare Empfehlung!&lt;/p&gt;

&lt;table border=&quot;0&quot; cellpadding=&quot;0&quot; cellspacing=&quot;0&quot; style=&quot;-webkit-text-stroke-width:0px; background-color:transparent; border-collapse:collapse; border-spacing:10px; box-sizing:border-box; color:#333333; font-family:&amp;quot;Open Sans&amp;quot;,sans-serif; font-size:13px; font-style:normal; font-variant-caps:normal; font-variant-ligatures:normal; font-weight:400; letter-spacing:normal; margin-top:5px; orphans:2; text-align:start; text-decoration-color:initial; text-decoration-style:initial; text-indent:0px; text-transform:none; white-space:normal; widows:2; width:100%; word-spacing:0px&quot;&gt;
	&lt;tbody&gt;
		&lt;tr&gt;
			&lt;td style=&quot;border-bottom:1px solid #e5eaee; height:23px; vertical-align:top; width:auto&quot;&gt;Spieldauer&lt;/td&gt;
			&lt;td style=&quot;border-bottom:1px solid #e5eaee; height:23px; vertical-align:top&quot;&gt;&amp;#160;&lt;/td&gt;
			&lt;td style=&quot;border-bottom:1px solid #e5eaee; height:23px; vertical-align:top&quot;&gt;01:12:08&lt;/td&gt;
		&lt;/tr&gt;
	&lt;/tbody&gt;
&lt;/table&gt;
https://www.mediathek.at/portaltreffer/atom/014EEA8D-336-0005D-00000D5C-014E5066/pool/BWEB/ 
    </content:encoded>

    <pubDate>Sun, 11 Aug 2019 16:20:00 +0000</pubDate>
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